In unserer Raupengruppe begleiten wir Kinder in ihren ersten Lebensjahren. Die Krippe bietet einen geschützten und liebevoll gestalteten Rahmen, in dem die Kinder Vertrauen entwickeln, Beziehungen aufbauen und ihre Umgebung im eigenen Tempo entdecken können.
Im Mittelpunkt steht jedes Kind mit seiner Persönlichkeit, seinen Bedürfnissen und seinen individuellen Entwicklungsschritten. Verlässliche Bezugspersonen, wiederkehrende Rituale und ein achtsamer Tagesablauf geben Sicherheit und schaffen die Grundlage für neugieriges Lernen.

In unserer Raupengruppe werden bis zu 15 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zum dritten Lebensjahr betreut. Die überschaubare Gruppengröße ermöglicht eine persönliche Begleitung und einen Tagesablauf, der sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert.
Unsere pädagogischen Fachkräfte verstehen sich als aufmerksame Entwicklungsbegleiterinnen. Sie beobachten, geben Anregungen, unterstützen bei neuen Herausforderungen und ziehen sich zurück, sobald ein Kind eine Aufgabe selbstständig bewältigen kann.
Jedes Kind bekommt bei uns die Zeit, die es für seine Entwicklung braucht.
Unsere Arbeit orientiert sich unter anderem an den pädagogischen Gedanken von Emmi Pikler. Eine beziehungsvolle Pflege, der respektvolle Umgang mit den Fähigkeiten des Kindes und das freie Spiel in einer vorbereiteten Umgebung haben dabei eine besondere Bedeutung.
Kinder sind von Anfang an aktiv und möchten ihre Umwelt selbst entdecken. Deshalb schaffen wir Räume und Situationen, in denen sie ausprobieren, beobachten, wiederholen und eigene Erfahrungen sammeln können.
Dabei begleitet uns der Gedanke Maria Montessoris:
„Hilf mir, es selbst zu tun.“
Als katholische Kindertagesstätte ist uns außerdem wichtig, jedem Kind mit Achtung, Offenheit und Wertschätzung zu begegnen. Unabhängig von Herkunft, Entwicklung oder persönlichen Voraussetzungen wird jedes Kind bei uns angenommen und in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen.
Eine vertrauensvolle Eingewöhnung ist die Grundlage dafür, dass sich ein Kind in der Krippe sicher und geborgen fühlen kann. Deshalb nehmen wir uns für diesen wichtigen Übergang viel Zeit.
Die Eingewöhnung orientiert sich am Berliner Eingewöhnungsmodell und wird individuell auf das Kind abgestimmt. Eine vertraute Bezugsperson begleitet das Kind während der ersten Zeit und gibt ihm Sicherheit. Schritt für Schritt baut die pädagogische Fachkraft eine verlässliche Beziehung zum Kind auf.
Erste Trennungen erfolgen behutsam und zunächst nur für kurze Zeit. Das Tempo bestimmt immer das Kind. Erst wenn es Vertrauen gefasst hat, sich von seiner Bezugserzieherin trösten lässt und den Krippenalltag zunehmend selbstständig erkundet, wird die Betreuungszeit erweitert.
Ein enger Austausch zwischen Eltern und Fachkräften begleitet den gesamten Eingewöhnungsprozess.
Der Tagesablauf gibt den Kindern Orientierung, bleibt aber flexibel genug, um individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Nach dem persönlichen Ankommen beginnt der Tag mit einer Zeit für freies Spiel und erste Begegnungen. In unserer „Sitzraupe“ begrüßen wir jedes Kind mit einem Lied. Gemeinsam erleben wir Fingerspiele, kleine Geschichten, Musik und altersgerechte Gesprächsanlässe.
Zum weiteren Tagesablauf gehören:
Feste Rituale geben Sicherheit. Gleichzeitig achten wir darauf, wann ein Kind Ruhe, Bewegung, Nähe, Pflege oder eine neue Anregung benötigt.
Das freie Spiel ist eine der wichtigsten Formen kindlichen Lernens. Im Spiel entdecken Kinder ihre Fähigkeiten, setzen sich mit Gegenständen auseinander, entwickeln eigene Ideen und treten mit anderen Kindern in Kontakt.
Unsere Räume und Materialien bieten vielfältige Möglichkeiten zum Greifen, Sortieren, Bauen, Bewegen, Nachahmen und Experimentieren. Die Kinder dürfen Spielmaterial, Spielpartner und Dauer ihrer Beschäftigung möglichst selbst wählen.
Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Entscheidend sind die Erfahrungen, die das Kind während des Spielens sammelt.

Essen, Schlafen und Körperpflege sind wichtige Schlüsselsituationen im Krippenalltag. Sie werden von uns nicht nur als notwendige Versorgung, sondern als wertvolle Beziehungs- und Bildungszeiten verstanden.
Bei den Mahlzeiten erleben die Kinder Gemeinschaft und entdecken unterschiedliche Lebensmittel, Geschmäcker und Konsistenzen. Wir achten auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und möchten Freude am gemeinsamen Essen vermitteln.
Je nach Entwicklungsstand beteiligen sich die Kinder am Tischdecken, reichen Speisen weiter oder lernen, selbstständig mit Löffel und Becher umzugehen. Jedes Kind darf auf sein eigenes Hunger- und Sättigungsgefühl hören.
Jedes Kind bringt eigene Schlafgewohnheiten und unterschiedliche Ruhebedürfnisse mit. Diese respektieren wir und stimmen uns dazu eng mit den Eltern ab.
Ein vertrauter Schlafplatz, persönliche Einschlafhilfen und die Begleitung durch eine pädagogische Fachkraft schaffen Geborgenheit. Schlaf dient der Erholung und hilft den Kindern, die Eindrücke des Vormittags zu verarbeiten.
Wickeln und Körperpflege sind Zeiten intensiver Zuwendung. Die pädagogische Fachkraft kündigt ihre Handlungen an, spricht mit dem Kind und bezieht es entsprechend seinen Fähigkeiten aktiv ein.
Vertraute Abläufe und wiederkehrende Rituale geben Sicherheit. Gleichzeitig unterstützen wir die Kinder darin, Körperpflege und Toilettengänge zunehmend selbstständig zu bewältigen.
Bewegung ist ein grundlegendes Bedürfnis und ein wichtiger Motor der kindlichen Entwicklung. Beim Greifen, Drehen, Rollen, Krabbeln, Balancieren, Hüpfen und Laufen sammeln Kinder vielfältige Körper- und Bewegungserfahrungen.
Unser Gruppenraum, der Turnraum und das Außengelände bieten dafür zahlreiche Möglichkeiten. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Wir vergleichen nicht, sondern geben Ermutigung, Raum und Zeit.
Auch im Alltag entstehen viele Gelegenheiten zur Selbstständigkeit: beim An- und Ausziehen, Händewaschen, Essen, Aufräumen oder Auswählen eines Spielmaterials. Eigene Erfahrungen stärken das Selbstvertrauen und vermitteln dem Kind:
„Ich kann etwas bewirken.“
In der Krippe sammeln Kinder erste Erfahrungen in einer Gemeinschaft außerhalb ihrer Familie. Sie lernen, aufeinander zu achten, Materialien zu teilen, eigene Wünsche auszudrücken und die Gefühle anderer wahrzunehmen.
Konflikte gehören zu diesem Lernprozess. Unsere pädagogischen Fachkräfte begleiten die Kinder einfühlsam und unterstützen sie dabei, schrittweise eigene Lösungen zu finden.
So entwickeln sich soziale Fähigkeiten, Sprache, Selbstvertrauen und ein wachsendes Verständnis füreinander.
Aufmerksame Beobachtungen helfen uns zu erkennen, womit sich ein Kind gerade beschäftigt, welche Interessen es zeigt und welche nächsten Entwicklungsschritte sich ankündigen.
Unsere Beobachtungen bilden die Grundlage für passende pädagogische Anregungen und die regelmäßigen Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Lernerfahrungen und besondere Momente werden unter anderem im persönlichen Portfolio des Kindes festgehalten.
Das Portfolio begleitet das Kind während seiner Zeit in unserer Einrichtung und macht seine Entwicklung auf wertschätzende Weise sichtbar.
Der Wechsel von der Krippe in eine Kindergartengruppe wird von uns sorgfältig vorbereitet. Durch gemeinsame Begegnungen, Feste, Andachten und Zeiten auf dem Außengelände sind den Krippenkindern viele Räume, Kinder und pädagogische Fachkräfte bereits vertraut.
Vor dem Wechsel besuchen die Kinder ihre zukünftige Gruppe und werden dabei zunächst von einer vertrauten Fachkraft aus der Raupengruppe begleitet. So können sie die neue Umgebung Schritt für Schritt kennenlernen und eine neue Bezugsperson finden.
Der Abschied aus der Raupengruppe wird gemeinsam gestaltet und gewürdigt. Gleichzeitig freuen wir uns mit den Kindern auf ihren nächsten großen Entwicklungsschritt.
Eltern kennen ihr Kind am besten. Deshalb verstehen wir die Zusammenarbeit mit den Familien als vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft.
Kurze Gespräche beim Bringen und Abholen, geplante Entwicklungsgespräche und ein regelmäßiger Informationsaustausch helfen uns, die Bedürfnisse des Kindes gemeinsam im Blick zu behalten.
Fragen, Beobachtungen und auch unterschiedliche Sichtweisen dürfen offen angesprochen werden. Grundlage unserer Zusammenarbeit sind gegenseitige Wertschätzung, Verlässlichkeit und das gemeinsame Interesse am Wohlergehen des Kindes.
