Kinderschutz in unserer Kita

Jedes Kind hat das Recht, sich sicher, angenommen und gehört zu fühlen.

In der Katholischen Kindertagesstätte St. Ludwig schaffen wir einen geschützten Ort, an dem Kinder vertrauensvolle Beziehungen erleben, sich frei entwickeln und ihre Persönlichkeit entfalten können.

Kinderschutz ist für uns keine einzelne Maßnahme, sondern eine gemeinsame Haltung und ein verbindlicher Bestandteil unseres pädagogischen Alltags.

Kinder beim Zusammenstellen von Geschirr. Auf dem Boden liegen Porzellanscherben

Schutz ist ein verbindlicher Auftrag

Kinder brauchen Erwachsene, die aufmerksam zuhören, ihre Signale wahrnehmen und verantwortungsvoll handeln. Deshalb gehören der Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung, Grenzverletzungen, Diskriminierung und Übergriffen zu den grundlegenden Aufgaben unserer Kindertagesstätte.

Unser Schutzkonzept gibt den Mitarbeitenden Orientierung und beschreibt verbindliche Grundsätze, Zuständigkeiten und Handlungswege. Es unterstützt uns dabei,

  • mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen,
  • die persönlichen Grenzen der Kinder zu achten,
  • Beschwerden ernst zu nehmen,
  • Verdachtsfälle fachlich und besonnen einzuschätzen,
  • notwendige Schutzmaßnahmen verlässlich einzuleiten.

 

Grundlage unseres Miteinanders sind Wertschätzung, Respekt, Achtsamkeit und Vertrauen. Als katholische Kindertagesstätte orientieren wir uns zugleich am christlichen Verständnis von der Würde und Einzigartigkeit jedes Menschen.

Jedes Kind ist mit seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Besonderheiten ein von Gott geliebter und gleichwertiger Mensch.

Achtsam sein. Grenzen achten. Kinder stärken.

Kinderschutz beginnt im täglichen Miteinander. Kinder sollen erfahren, dass ihre Gefühle wichtig sind, ihre Stimme gehört wird und ihre persönlichen Grenzen respektiert werden.

Persönliche Grenzen achten

Kinder dürfen zeigen und sagen, wenn ihnen etwas unangenehm ist. Ein „Nein“, ein „Stopp“ und jedes erkennbare Unwohlsein verdienen Aufmerksamkeit. Die körperlichen und emotionalen Grenzen der Kinder werden wahrgenommen und respektiert.

Kinder ernst nehmen

Kinder drücken ihre Bedürfnisse und Gefühle unterschiedlich aus – durch Worte, Mimik, Gestik und Verhalten, aber auch durch Rückzug, Traurigkeit, Wut oder Verweigerung. Gerade bei jüngeren Kindern nehmen wir deshalb auch leise und nonverbale Signale aufmerksam wahr.

Beziehungen verlässlich gestalten

Vertrauensvolle Beziehungen geben Kindern Sicherheit. Nähe und Distanz werden von unseren pädagogischen Fachkräften bewusst, professionell und verantwortungsvoll gestaltet. Die Privatsphäre und das Schamgefühl jedes Kindes werden geachtet.

Selbstvertrauen stärken

Kinder, die ihre Rechte kennen, ihre Gefühle benennen und sich Unterstützung holen können, werden in ihrer Persönlichkeit und Selbstwirksamkeit gestärkt. Sie lernen: Meine Meinung zählt. Ich darf Grenzen setzen. Ich darf mir Hilfe holen.

Kinder dürfen mitreden und mitgestalten

Kinder haben das Recht, an Entscheidungen beteiligt zu werden, die ihren Alltag betreffen. Ihre Meinung wird entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand gehört und berücksichtigt.

Die pädagogischen Fachkräfte schaffen Möglichkeiten, in denen Kinder:

Beteiligung bedeutet nicht, dass Kinder jede Entscheidung allein treffen. Die Verantwortung für Schutz, Orientierung und das Wohl der Kinder bleibt bei den Erwachsenen.

Kinder auf dem Spielplatz der Kita

Jedes Kind darf sich beschweren

Beschwerden sind ein wichtiges Kinderrecht und ein wesentlicher Bestandteil des Kinderschutzes. Kinder dürfen sich äußern, wenn sie sich unwohl, ungerecht behandelt oder nicht verstanden fühlen.

Eine Beschwerde muss nicht immer ausgesprochen werden. Gerade jüngere Kinder zeigen Unzufriedenheit häufig durch:

  • Weinen oder Traurigkeit,
  • Wut oder Ablehnung,
  • Rückzug und Schweigen,
  • Mimik und Gestik,
  • Verweigerung,
  • auffällige Veränderungen ihres Verhaltens.

 

Unsere Aufgabe ist es, diese Signale wahrzunehmen, ernst zu nehmen und gemeinsam mit dem Kind nach einer angemessenen Lösung zu suchen.

Kinder können sich an eine vertraute pädagogische Fachkraft, eine andere Vertrauensperson in der Kita oder an ihre Eltern und Erziehungsberechtigten wenden.

Kinder müssen wissen und erleben: Ich darf etwas sagen – und die Erwachsenen hören mir zu.

Eine klare Haltung gibt Sicherheit

Alle Mitarbeitenden tragen Verantwortung für einen respektvollen, achtsamen und professionellen Umgang mit den Kindern. Unser Verhaltenskodex beschreibt, welches Verhalten im pädagogischen Alltag erwartet wird und welches Verhalten nicht geduldet wird.

Dazu gehören insbesondere:

  • ein freundlicher und wertschätzender Umgang,
  • die Achtung der Individualität und Vielfalt jedes Kindes,
  • ein verantwortungsvoller Umgang mit Nähe und Distanz,
  • die Wahrung von Privatsphäre und Intimsphäre,
  • verständliche und transparente Regeln,
  • Selbstreflexion und eine offene Fehlerkultur,
  • das konsequente Ablehnen körperlicher,
  • verbaler, psychischer und sexualisierter Gewalt.

 

Bloßstellung, Diskriminierung, Einschüchterung, Machtmissbrauch, Zwang und jede Form von Gewalt haben in unserer Kindertagesstätte keinen Platz.

Schutz braucht klare Strukturen

Kinderschutz erfordert Fachwissen, Aufmerksamkeit und verbindliche Abläufe. Deshalb umfasst unser Schutzkonzept unterschiedliche präventive und organisatorische Maßnahmen.

Geeignete Mitarbeitende

Bei der Personalauswahl berücksichtigen wir die fachliche und persönliche Eignung. Die gesetzlich erforderlichen Nachweise und erweiterten Führungszeugnisse werden eingeholt und entsprechend den geltenden Vorgaben erneut überprüft.

Fachliche Weiterentwicklung

Kinderrechte, Nähe und Distanz, Grenzverletzungen, Gewaltprävention und der professionelle Umgang mit Verdachtsfällen sind wichtige Themen unserer fachlichen Reflexion. Das Schutzkonzept wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.

Verbindliche Handlungswege

Wenn Hinweise auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung vorliegen, handeln wir nicht vorschnell, aber konsequent. Beobachtungen werden sorgfältig wahrgenommen und dokumentiert. Die Situation wird nach den festgelegten Verfahren fachlich eingeschätzt.

Bei Bedarf beziehen wir eine insoweit erfahrene Fachkraft oder eine geeignete Fachberatungsstelle ein. Weitere Schritte werden verantwortungsvoll und mit Blick auf den Schutz des betroffenen Kindes abgestimmt. Wenn es erforderlich ist, wird das zuständige Jugendamt informiert.

Die rechtlichen Grundlagen bilden insbesondere:

der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII,
die Anforderungen an Schutzkonzepte, Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten nach § 45 SGB VIII,
die Meldepflichten des Trägers nach § 47 SGB VIII,
die gesetzlichen Vorgaben zur persönlichen Eignung von Beschäftigten nach § 72a SGB VIII.

Vertrauen braucht ein offenes Gespräch

Eltern und Erziehungsberechtigte kennen ihr Kind besonders gut. Ihre Beobachtungen, Fragen und Sorgen sind deshalb wichtig.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn:

Ihr Kind von einem unangenehmen oder beunruhigenden Erlebnis erzählt,
Sie Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes beobachten,
Ihnen eine Situation in der Kita Sorgen bereitet,
Sie eine Rückmeldung oder Beschwerde haben,
Sie Fragen zu unserem Schutzkonzept haben.

Hinweise und Beschwerden verstehen wir nicht als Störung, sondern als Anlass, aufmerksam hinzusehen und unsere Arbeit weiterzuentwickeln. Jedes Anliegen wird ernst genommen, vertraulich behandelt und nach den dafür vorgesehenen Verfahren bearbeitet.

An wen kann ich mich wenden?

Bei Fragen oder Sorgen innerhalb der Kita:

Katholische Kindertagesstätte St. Ludwig
Bullenberg 6
29221 Celle

Ansprechpartnerin:
Kita-Leitung Agnieszka Grzybowska

Telefon: 05141 / 97 44 840
E-Mail: info@kita-st-ludwig-celle.de

Wenn Sie sich nicht an die Kita wenden möchten

Bei Sorgen um das Wohl eines Kindes können sich Eltern, Angehörige und andere Bezugspersonen auch direkt an das Jugendamt des Landkreises Celle wenden:

Jugendamt des Landkreises Celle
Trift 26, 29221 Celle
Telefon: 05141 / 916-4343
E-Mail: jugendamt@lkcelle.de

Bei Fragen oder einem Verdacht auf sexualisierte Gewalt bietet das bundesweite Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch eine anonyme und kostenfreie Beratung:

Telefon: 0800 / 22 55 530

Bei unmittelbarer Gefahr wenden Sie sich bitte an die Polizei unter 110.

Unser Schutzkonzept

Unser Schutzkonzept beschreibt die Grundsätze, vorbeugenden Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Handlungswege unserer Kindertagesstätte ausführlich.

Gemeinsam tragen wir Verantwortung

Kinder zu schützen bedeutet, aufmerksam zu sein, zuzuhören und verlässlich zu handeln. Gemeinsam mit den Familien möchten wir eine Umgebung gestalten, in der Kinder sich sicher fühlen, Vertrauen entwickeln und ihre Persönlichkeit entfalten können.

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